Kommunalpolitik
"Die Stadt verliert ihre Unverwechselbarkeit"
Das Schild an der Tür in der Eisenbahnstraße 14 hat Symbolcharakter: Das Modegeschäft Rosy Hamm schließt zum Jahresende, heißt es da, "nach 35 Jahren in Ravensburg". Wieder eines. "Immer mehr alteingesessene Läden in der Innenstadt geben auf", sagt Gisela Müller. Die Stadträtin sieht die Entwicklung mit großer Sorge.
Sport-Specht, Schuhhaus Keckeisen, Schuh-Mayer, Metzgerei Grüninger, das "Unikart", jetzt Mode-Hamm - so unterschiedlich wie die Geschäfte, so unterschiedlich sind auch die Gründe für die Geschäftsaufgabe. Doch alle Inhaber haben innerhalb der vergangenen zwölf Monate den Schlüssel im Schloss zum letzten Mal herumgedreht. "Wir müssen aufpassen, dass wir auf dem richtigen Weg bleiben, dass uns da nicht eine Entwicklung überrollt", sagt Gisela Müller, die von weiteren drohenden Schließungen beispielsweise in der Eisenbahnstraße und in der Rosenstraße weiß. Ravensburg verliere derzeit unwiederbringlich ein Stück seiner Unverwechselbarkeit und schaffe sich damit dauerhaft neue Probleme.
750 Euro kostet das Gerät, das mit extrem hohen Tönen unliebsame Jugendliche vertreibt und das bis vergangenen Freitag am Ravensburger Konzerthaus in Betrieb war. Montiert worden ist es von städtischen Angestellten, bezahlt wurde es aus dem Budget für die Unterhaltung des Konzerthauses. Von mehreren Seiten wird Kritik laut....
...Wahrscheinlich ist, dass die Geschichte ein Nachspiel im Gemeinderat haben wird. „Das ist ein unmöglicher Vorgang. Es kann doch nicht sein, dass eine Entscheidung von solcher Tragweite in eigener Zuständigkeit von Angestellten geregelt wird“, sagt SPD-Fraktionschef Manfred Liebermann. „Nächstens gibt es in Ravensburg Fußfallen gegen Graffiti-Sprüher.“ Liebermann fordert, den regulären Dienstweg einzuhalten: Wenn es ein Problem am Konzerthaus gebe, dann müsse man zunächst diskutieren, welche Maßnahmen denkbar seien – und welche davon zulässig.
Aus der Schwäbischen Zeitung