SPD Ravensburg

Neubaugebiet Kohlenberg: Rat lockert Plan weiter

Veröffentlicht am 12.04.2008 in Kommunalpolitik

Erneut gibt es einige Änderungen am umstrittenen Bebauungsplan „Obere Friedhofstraße/Kohlenberg“. Im Ravensburger Neubaugebiet sind jetzt Häuser erlaubt, die mehr Energie verbrauchen als geplant. Der Gemeinderat verabschiedete mit knapper Mehrheit von CDU und Freien Wählern.

Die Grünen hatten nach der letzten Debatte wohl einige Kritik aus den Reihen ihrer Sympathisanten einstecken müssen, weil sie nicht erneut gegen den Plan gestimmt, sondern sich enthalten hatten. „Das war ein Anflug von verfahrensdemokratischer Nächstenliebe“, entschuldigte sich Grünen-Fraktionssprecher Manfred Lucha. „Wir sind selbstverständlich gegen die neuen Festsetzungen, wir sind gegen diese Kohlenberg-Bebauung.“

SPD-Stadtrat Michael Lopez-Diaz empörte sich darüber, dass die Stadtverwaltung die baulichen Bestimmungen noch einmal gelockert habe, aber „behauptet, es habe sich nichts geändert“. Das sei unzutreffend. Die Stadt, also der Steuerzahler, müssten allein 29.000 Euro mehr Geld für die Erschließungsstraße und Kompensationsflächen ausgeben.

Was hat sich geändert? Die Häuser dürfen 50 statt 40 Kilowattstunden Energie pro Quadratmeter und Jahr verbrauchen. Außerdem ist das Baufenster nicht mehr strikt beschränkt. Zum anderen sind nun auch Holzpeletheizungen erlaubt.

Das Baugebiet stand in den vergangenen Monaten stark in der Kritik, weil es in einer Kaltluftschneise liegt. Außerdem wurden auf Wunsch der betuchten Kaufinteressenten bereits Lockerungen vom ursprünglich strengen Bebauungsplan vorgenommen: Statt acht Meter dürfen die Villen neun Meter hoch werden, statt 200 Quadratmeter dürfen 250 überbaut werden, zwei Grundstücke dürfen sogar zu einem Grundstück mit einem Baukörper auf 500 Quadratmeter zusammengelegt werden. Kritiker sprechen von einem „Bonzen-Baugebiet“.

Oberbürgermeister Hermann Vogler verwahrte sich in der Sitzung am Montagabend jedoch gegen den Vorwurf, Ausnahmen nur auf Wunsch der Reichen zu machen. „Wir haben bereits mehrfach geltende Babauungspläne geändert.“

Aus der Schwäbischen Zeitung vom 10.04.2008