Die SPD-Fraktion im Ravensburger Gemeinderat will den abendlichen und nächtlichen Autoverkehr in der Oberstadt drastisch reduzieren. Geht es nach den Sozialdemokraten, so sollen einige Straßen von 20 bis 6 Uhr nur noch
von Anwohnern genutzt werden dürfen.
Gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe will die Ravensburger SPD-Fraktion mit ihrem in dieser Woche an den Oberbürgermeister gestellten Antrag schlagen. Die Sozialdemokraten versprechen sich von ihrem Vorschlag mehr Lebensqualität, weniger Lärm, deutlich weniger Parksuchverkehr und weniger Parkverstöße in der Oberstadt. Zudem glaubt die SPD, mit ihrem Vorschlag, lästigen "Schauverkehr" zu verhindern: Autos mit meist jungen Männern, die mit wummernder Musik und dröhnenden Motoren ihre Runden durch die Altstadt drehen, um dadurch Aufmerksamkeit zu erregen.
Konkret beantragt die SPD drei Dinge:
- Kreuzung Wilhelmstraße / Frauenstraße: Hier soll das Abbiegen in die
Frauenstraße nach 20 Uhr nur noch Autofahrern erlaubt sein, die einen
Parkberechtigungsschein (Nummer B 1 bis 500) haben -also ausschließlich
Anwohnern. Für Hotelgäste und Garagenbesitzer soll es Ausnahmen geben. Effekt: Die SPD verspricht sich von dieser Regelung deutlich weniger Durchgangs-, Parksuch und Schauverkehr und damit weniger lärm. Zudem erhoffen sich die Kommunalpolitiker weniger unberechtigt parkende Autos inder Nacht und damit mehr Parkplätze für Anwohner.
-Kreuzung Marktstraße / Burgstraße. Hier möchte die SPD am Abend und in der Nacht das Rechtsabbiegen aus der Marktstraße in die Burgstraße
verbieten. Effekt: Weniger Durchgangsverkehr. Dadurch erhoffen sich
die Sozialdemokraten auch eine Attraktivitätssteigerung für die Gastronomie und Entlastung für die Einkaufsstraßen.
-Kirchstraße: Zwischen Waaghaus und Schuhhaus Keckeisen soll das Abbiegen in den Marienplatz zwischen 20 und 6 Uhr verboten werden.
Effekt: Der nördliche Marienplatz wird verkehrsberuhigt, bleibt aber weiterhin vom Frauentorplatz erreichbar .
Der Antrag ist das Ergebnis mehrerer Gespräche, die die Ravensburger SPD mit Bürgern und Geschäftsleuten geführt hat. Bereits in der Vergangenheit habe sich die Partei um Verkehrsberuhigung in der Oberstadt bemüht, sagt Fraktionschef Manfred Liebermann und erinnert an Vorstöße wie die einseitige Sperrung der Burgstraße oder des nördlichen Marienplatzes von 18 Uhr an, mit denen die Partei nicht durchkam. Nun startet die SPD einen neuen Anlauf. "Die Situation ist für die Anwohner unerträglich, es kann nicht so wie bisher weitergehen", sagte Liebermann gestern der
"Schwäbischen Zeitung".
Partei will Grundsatzdebatte
Wer die von der SPD beantragte Regelung mit ihren Verboten wie kontrollieren soll, kann Manfred Liebermann noch nicht im Detail beantworten. Seiner Partei gehe es jetzt erstmal ums Grundsätzliche: "Wir müssen dieses Thema ganz umfassend im Gemeinderat und mit der Stadtverwaltung diskutieren."
Aus der Schwäbischen Zeitung vom 08.03.2008