Auch der Umgang mit der Wirtschaftskrise zeigt: Die Linkspartei ist bundes- und europapolitisch einfach nicht ernst zu nehmen.
Die Wirtschaftskrise zeigt: Weil die Linkspartei von Verantwortungslosigkeit, ökonomischer Ignoranz und innerer Zerrissenheit geprägt ist, ist mit dieser Partei kein Staat zu machen. Die Wirtschaftskrise offenbart die wahren Ziele der Linkspartei: führende Politiker geben offen zu, dass sie auf eine Verschärfung der Krise hoffen, um dadurch an Zulauf zu gewinnen. Die nordrhein-westfälische Landessprecherin Katharina Schwabedissen schreibt in einem Antrag: „Die politische Legitimationskrise ist noch keine Krise der kapitalistischen Klassenherrschaft. Wir müssen die erstere vertiefen, dass sie zur letzteren wird“. Die Linkspartei spekuliert also auf die Verschärfung der Wirtschaftskrise, auf den massenhaften Verlust von Arbeitsplätzen und die Insolvenz von Unternehmen, um Klassenkampf betreiben zu können und mehr Wählerstimmen zu gewinnen. Wie zerstritten und selbstbezogen die Linkspartei agiert, zeigte ihr Europaparteitag: Hauptziel der Veranstaltung war es, die Konflikte zwischen den Europafeinden um Sarah Wagenknecht und den Reformern aus dem Osten unter den Teppich zu kehren. Sowohl das Personal als auch das Programm sind folgerichtig Ergebnis des Lager- und Personalproporzes – mit entsprechender Qualität: Auf den vorderen Plätzen der Wahlliste finden sich fast ausschließlich Europa-Neulinge ohne europapolitische Kompetenzen. Erfahrene EU-Parlamentarier, die konstruktiv an der Weiterentwicklung der EU mitgewirkt haben, wurden für ihre pro-europäische Haltung abgestraft, nicht wieder aufgestellt, und blieben in mehreren Kampfkandidaturen chancenlos. Mitglieder der Linkspartei nennen die EU einen „imperialen Block“ und kritisieren deren „Militarismus“. Dabei gibt es weltweit kein gelungeneres Friedenprojekt als die EU. Die Linkspartei lehnt den europäischen Binnenmarkt ab, obwohl doch kein Land davon mehr profitiert als der Exportweltmeister Deutschland. Sie präsentiert keine praktikablen Lösungen für die Gestaltung des „sozialen Europas“. Die Europäische Integration ist ein langwieriger Prozess. Diesen Weg kann die Linkspartei nicht beschreiten. Und sie will es auch nicht. Die Landessprecherin von NRW machte deutlich, was sie von Regierungsverantwortung hält. „ Jede Vorstellung, die LINKE könne in einer Regierung oder mit einem ‚Tolerierungsvertrag‘ mehr erreichen als durch konsequente Opposition ist Illusion oder freche Lüge oder beides. (…) Also keine Tolerierungsverhandlungen oder -verträge, keine Koalition, keine „Mindestkataloge“, keine Personalabsprachen. (…) Mit der LINKEN gibt es nur Zustimmung zu Positionen und Maßnahmen, die hundertprozentig LINKS sind“. Doch wie Helmut Schmidt sagte: „Wer aber den politischen Kompromiss nicht kann, der taugt nicht für die Demokratie“.