SPD Ravensburg

SPD Ravensburg beim Impulsforum zur Armutsprävention

Veröffentlicht am 22.11.2025 in Kommunalpolitik

Impulsforum zur Armutsprävention

Kinderarmut ist kein individuelles Versagen, sondern eine strukturelle Ungerechtigkeit. Um dieser Herausforderung wirksam zu begegnen, nahmen Mitglieder der SPD Ravensburg am „Impulsforum Armutsprävention“ teil. Eingeladen hatte das Bildungsbüro des Landkreises Ravensburg in das Kulturgut Ittenbeuren. Wir diskutierten mit Fachleuten und Menschen aus der Praxis über Strategien für mehr Teilhabe.

Im Zentrum der Veranstaltung stand der Vortrag der Armutsforscherin Gerda Holz vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik. Ihre Botschaft war eindringlich: Armut ist weit mehr als nur ein leerer Geldbeutel. Sie ist eine Lebenslage, die Spielräume einschränkt, zu Unterversorgung führt und soziale Ausgrenzung nach sich zieht.

Für uns als SPD besonders alarmierend sind die Daten für unsere Region: Auch im verhältnismäßig wohlhabenden Landkreis Ravensburg sind ca. 3.000 Kinder unter 15 Jahren auf SGB-II-Leistungen angewiesen. 3.000 Einzelschicksale, deren Startchancen ungleich verteilt sind.

Ein Schlüsselbegriff des Vormittags war die „Armutssensibilität“. Gerda Holz machte deutlich, dass wir wegkommen müssen von der Stigmatisierung betroffener Familien. Oft herrschen Vorurteile vor, wie etwa, dass arme Eltern erziehungsunfähig seien oder kein Interesse an Bildung hätten. Die Realität sieht anders aus: Armutsbetroffene Eltern handeln oft aktiv, verzichten selbst auf Grundlegendes, um ihren Kindern Teilhabe zu ermöglichen, stoßen aber an strukturelle Grenzen.

Armutssensibilität bedeutet eine Haltung aus Empathie, Wertschätzung und Respekt. Es geht darum, Barrieren in unseren Institutionen – von der Kita bis zur Behörde – abzubauen, damit Scham und Angst nicht verhindern, dass Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird.

Im anschließenden Workshop mit Prof. Dr. Andreas Lange (RWU) wurde die Rolle der öffentlichen Hand vertieft. Für die SPD ist klar: Das Aufwachsen von Kindern ist nicht allein Privatsache. Es besteht eine öffentliche Verantwortung, die dort greifen muss, wo private Ressourcen fehlen.

Wir nehmen aus diesem Vormittag klare Handlungsaufträge für unsere kommunalpolitische Arbeit mit:

 - Wir brauchen passgenaue Unterstützung und strukturelle Armutsprävention.

 - Es bedarf einer lückenlosen Kette der Unterstützung von der Geburt bis zum Berufsstart.

 - Angebote müssen so gestaltet sein, dass sie auch genutzt werden.

Wir als SPD Ravensburg werden uns weiterhin für kostenfreie Bildung und unbürokratische Zugänge einsetzen.