Dass dem Kulturkreis und Herrn Höflacher die Zukunft Weißenaus am Herzen liegen, ist löblich.
Doch in den drei Gebäuden rund um St Peter und Paul wird kein Kloster und kein neues geistlich-spirituelles Zentrum auferstehen. Die klösterlichen Lebens- und Glaubensformen befinden sich in unserer säkularisierten Gesellschaft vielfach in einer existenziellen Krise, wie der Blick auf die Benediktinerabtei Weingarten deutlich zeigt.
Herr Höflacher und mit ihm der Kulturkreis Eschach bekämpft eine Überführung der Gebäude in eine zeitgemäße Verwendung unter Beachtung denkmalpflegerischer Vorgaben konsequent und mit allen Mitteln nun schon über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren. Sie drängen vehement seit vielen Jahren darauf, den Arkadenbau mit städtischen Mitteln zu sanieren und zu unterhalten. Durch Wiederholung wird dieser Vorschlag auch nicht besser, aber immerhin lässt sich damit, Zeit gewinnen und konkrete Maßnahmen verzögern.
Die jüngste Stellungnahme von Herrn Höflacher zur dringend notwendigen Vermarktung und Sanierung der drei denkmalgeschützten Gebäude im Sanierungsgebiet Weissenau hält im Wesentlichen keiner Belastung unter objektiven Kriterien stand. Dies zeigen deutlich die Ergebnisse der Gutachten zu Café- und Hotelnutzung, die im Auftrag und auf Kosten der Stadt bestellt wurden.
Dazu kommt, dass die vom Baudezernat erarbeiteten Kostenkalkulationen zur Sanierung des Arkadenbaus in Höhe von deutlich mehr als drei Millionen Euro einfach nicht zur Kenntnis genommen werden. Im Gegenteil, Herr Höflacher behauptet die Sanierung für weniger als 400 Tausend Euro durchführen zu können, also für gut 10 Prozent der Kalkulation des Baudezernates.
SPD und Grüne wollen ein lebendiges, zukunftsorientiertes Weißenau - deshalb hat der Antrag von SPD und Grünen vom Sommer 2012, zur Umformung des Areals in ein Mischgebiet, Bewegung in die verfahrene Nachnutzungsdiskussion gebracht.
Damit wurde der Weg frei für möglichst hohe Anteile an Wohnraumnutzung.
Endlich hat sich die Stadtverwaltung unter Federführung von Herrn Bastin klar positioniert und hat das Ziel diese Hängepartie zu einem für unsere Bürger guten Ende zu bringen. Nur über Investoren kann die Stadt diese große Aufgabe gut und zeitnah entwickeln. Die momentanen Marktbedingungen geben hierfür viel Rückenwind.
In dieser für uns günstigen Situation lässt sich mit guten Investoren, denen auch genügend Raum zur Entwicklung gegeben wird, das Optimale im Sanierungsgebiet Weißenau erreichen:
Ein Lebensraum, der für junge Familien, Kinder, Studierende und auch ältere Menschen attraktiv ist, das Zentrum für Psychiatrie einbindet und der die Mitte Weißenaus rund um das Klosterareal mit Leben füllt.
Rainer Frank