Bundestagsabgeordnete Dr. Dorothee Schlegel (vorne, 2. v. l.) zu Gast am IfsB: mit Auszubildenden Laura Reuhs, Karin Schneider und Lukas Hering, SPD-Vorstandsmitglied Christel Ulmer-Walz, Schulleiter Kurt Brust und Fachbereichsleiter Roland Durst (v.l.).
Foto: Heike Engelhardt
RAVENSBURG – Frühkindliche Pädagogik braucht gut ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher. Zu diesem Thema informierte sich die Bundestagsabgeordnete Dr. Dorothee Schlegel auf Einladung von Christel Ulmer-Walz von der Ravensburger SPD im Institut für soziale Berufe.
Auf unterschiedlichem Weg kommen Pädagoginnen und Pädagogen in Kindertagesstätten. Die Betreuung der Kleinsten erfordert neben Beschäftigung und Betreuung auch komplexe Bildungs- und Unterstützungsaufgaben, oftmals für ganze Familien. In den Teams sind deshalb pädagogische, diagnostische wie auch Managementkompetenzen gefragt. Die Bundestagsabgeordnete Dorothee Schlegel verschaffte sich in Ravensburg einen Eindruck von einer umfassenden Ausbildung.
Die meisten Erzieherinnen und Erzieher absolvieren die klassische Ausbildung mit Praktikum, Vollzeitschule und Praxisjahr. Seit zwei Jahren gibt es darüber hinaus eine praxisintegrierte Ausbildung, die Schule und Einsatz in einer Einrichtung über die gesamten drei Jahre kombiniert. Sie ist vor allem für ältere Interessierte gedacht, die beispielsweise bereits eine andere Berufsausbildung genossen, ein Freiwilliges Soziales Jahr, Bundesfreiwilligendienst oder auch ein Studium absolviert haben. Konzipiert wurde diese Form der Ausbildung, bei der die Auszubildenden etwas mehr verdienen, im Ravensburger Institut für soziale Berufe (IfsB). Inzwischen gibt es landesweit 1200 solcher Schulplätze. Schulleiter Kurt Brust setzt dabei vor allem auf bodenständige Ausbildung, die sich ständig in der Praxis bewähren muss. Ein Ansatz, den auch Christel Ulmer-Walz, Leiterin einer Kindertagesstätte, befürwortet: „Die Einrichtungen profitieren von den jungen Kräften, die sich bei uns einbringen.“ Die engagierte Sozialdemokratin steht in regem Austausch mit dem IfsB über diverse Aspekte frühkindlicher Bildung und Ausbildung und unterstützt Kontakte zur Landes- und Bundespolitik.
„Das Geld für die integrierte Ausbildungsform ist gut investiert“, betonte Heike Engelhardt. Die stellvertretende SPD-Ortsvereinsvorsitzende verwies darauf, dass jeder Euro, der in frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung investiert werde, bis zu vier Euro späterer Hilfsmaßnahmen einspare. Davon musste sie Dorothee Schlegel nicht lange überzeugen. Die promovierte Sprachwissenschaftlerin und Soziologin, die einst den Beruf der Jugend- und Heimerzieherin erlernt hat und später in der Jugend-, Senioren- und Gemeindearbeit tätig war, zeigte sich nach einem Gespräch mit derzeitigen Auszubildenden beeindruckt. Sie wollen künftig positive Rollenvorbilder abgeben und Kinder mit herausforderndem Verhalten begleiten. Da am IfsB der Schwerpunkt der integrierten Ausbildung im Förderbereich liegt, tragen die künftigen Frühpädagoginnen dazu bei, dass Inklusion für Kinder mit verschiedenen Entwicklungsverzögerungen gelingen kann. Dorothee Schlegel weiß: „Qualität kostet Geld.“ Die Abgeordnete will die Ideen aus Baden-Württemberg mit nach Berlin nehmen. Am Donnerstag beschäftigt sich der Bundestag mit dem qualitativen Ausbau der frühkindlichen Pädagogik.
Heike Engelhardt